Molkerei Gropper

(c) Grooper

Als Teil der Unternehmensphilosophie setzt man bei Gropper einerseits konsequent auf Innovationen – allein in den vergangenen Jahren wurde das Unternehmen drei Mal mit dem „Gütesiegel Top 100“ als einer der innovativsten Mittelständler Deutschlands ausgezeichnet. Andererseits sind bei Gropper ebenfalls schon seit vielen Jahren umweltschonende Produktionsprozesse und der verantwortungsvolle Einsatz von Energie, Wasser und Rohstoffen ein Dauerthema. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man auf die stetig steigenden Strompreise, den wachsenden Strombedarf und dem Wunsch nach einer erhöhten Versorgungssicherheit eine innovative und umweltfreundliche Antwort fand: Mit zwei erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk die Selbstversorgung mit elektrischer Energie sicherstellen und zugleich die dabei entstehende Abwärme zur Kühlung einsetzen. 

Abwärme für die Absorptionskälteanlage

Im Jahr 2012 nahm man das erste Blockheizkraftwerk in Betrieb. Dabei liefert ein mit Gas betriebener Motor Strom und Dampf für die Produktion. Die Abwärme des Kraftwerks, die bei der Umwandlung von Erdgas in elektrische Energie anfällt, wird in der Molkerei an vielen Stellen genutzt. So wird ein Teil der Abgaswärme des Gasmotors zur Speisewasservorwärmung und zur Prozessdampferzeugung genutzt. Der restliche Teil der Abwärme dient dem Antrieb der Absorptionskälteanlage.

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Absorptionsanlagen kommen normalerweise als kleine Ammoniak-Wasser-Absorptionskälteanlagen als Kühlschrank im Campingbereich zum Einsatz oder bei Großanlagen, zum Beispiel in der chemischen Industrie. Deshalb ist, bzw. war der Einsatz einer Absorptionskälteanlage in dieser Größenordnung neu. Gropper waren die ersten, die eine Anlage mittlerer Größe mit einer Jahreslaufleistung von über 8000 Stunden erzielten.

Die Anlage erzeugt für den Produktionsprozess benötigte Kälte mit Temperaturen von bis zu –10 °C.  Zugleich kommuniziert die Anlage mit einer Eiswasser-Kälteanlage. Dieser Kältespeicher hat ein Volumen von 9000 kWh und ermöglicht die Nutzung des Kraftwerks im Dauerbetrieb. Der erzeugte Strom wird dabei nahezu vollständig vom eigenen Molkerei-Betrieb abgenommen. Mit dem Betrieb des ersten Blockheizkraftwerks konnte die Molkerei bereits 65 Prozent ihres Gesamtstrombedarfs decken.

Ökologisch und Ökonomisch sinnvoll

Die Gesamtinvestition für das Projekt betrug 2,5 Millionen Euro. Durch den Ausbau des Blockheizkraftwerks und dem Einsatz eines zweiten, mit Erdgas betriebenen Motors deckt der Nahrungsmittelhersteller inzwischen bis zu 95 Prozent des Energiebedarfs selbst, bei einem Wirkungsgrad von gut 90 Prozent. Das spart circa 27 Prozent Energie und pro Jahr fast 3500 Tonnen CO2-Emissionen.

Das Projekt wurde im Jahr 2013 mit dem ersten Platz beim „LEW Innovationspreis“ ausgezeichnet, der  innovative Ansätze bei den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz auszeichnet.