Phase down

Auf einen Blick

Das Phase-Down-Verfahren verknappt die Verfügbarkeit klimaschädlicher Kältemittel.
Beschäftigen Sie sich unbedingt frühzeitig mit der Thematik, bevor Ihr Kältemittel sehr teuer wird oder nicht mehr verfügbar ist!
Faustregel: Je höher das Treibhauspotenzial (GWP) eines Kältemittels, umso teurer wird es im Laufe des Phase-Downs.
Mit dem Förderrechner ermitteln Sie die konkrete Höhe eines möglichen Zuschusses.

Viele Jahre waren Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) beliebte Kältemittel. In den 1970er-Jahren erkannte man jedoch ihren zerstörerischen Einfluss auf die Ozonschicht der Erde. Daraufhin wurden FCKW größtenteils verboten und durch chlorfreie, sogenannte fluorierte und teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW bzw. HFKW) ersetzt, die die Ozonschicht nicht negativ beeinflussen. Inzwischen weiß man, dass diese F-Gase auf andere Weise schlecht für die Umwelt sind. Einige von ihnen wirken – im Vergleich zur selben Menge CO₂ - hunderte oder gar mehrere tausend Male schädlicher auf das Klima. 

Deshalb haben die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten auf europäischer Ebene sowie die Vereinten Nationen im Rahmen des Kyoto-Protokolls Klimaschutzziele festgelegt, die unter anderem den stufenweisen Ausstieg aus den klimaschädlichen, synthetischen Kältemitteln regeln. Diese Ziele sind in der sogenannten EU-F-Gas-Verordnung (Verordnung (EU) Nr. 517/2014) festgehalten, die eine Reihe von Verboten und rechtlichen Regelungen beinhaltet. Ein zentraler Bestandteil der Verordnung ist der Phase down. Darin ist festgelegt, dass und wie die am Markt verfügbaren Mengen der als Kältemittel verwendeten HFKW schrittweise begrenzt werden. Oder vereinfacht ausgedrückt: Mit dem Phase down werden schädliche HFKW stufenweise künstlich verknappt, was sie zwangsläufig teurer und ihren Einsatz aus finanzieller Sicht immer unattraktiver macht.

Der Phase down in Detail

Konkret bedeutet dies, dass man in einem ersten Schritt alle Gerätehersteller, Importeure und Großhändler dazu verpflichtete, ihre von 2009 bis 2012 in Umlauf gebrachten Kältemittelmengen einer EU-Meldestelle zu übermitteln. Aus den Angaben wurde dann ein Gesamtwert für die Europäische Union ermittelt und zum 1. Januar 2015 als 100-Prozent-Wert definiert. 

Auf Grundlage dieser Angaben wird Unternehmen nun in den Folgejahren nur noch eine geringere, im Phase down festgelegte Menge an klimaschädlichen Kältemitteln zur Verfügung gestellt. Ziel ist, dass bis 2030 nur noch 21 Prozent der ursprünglichen Menge von 2015 im Einsatz sind. Und wenn weniger HFKW zum Einsatz kommen, bedeutet dies auch, dass andererseits mehr klimafreundliche Alternativen zum Einsatz kommen werden. Das durchschnittliche Treibhauspotenzial, also der gemittelte GWP-Wert, aller am Markt verfügbaren Kältemittel wird am Ende des Prozesses bei etwa 400 liegen wird.

Die Europäische Union ist in ihrem Bemühen um den Klimaschutz nicht alleine: Ab 2019 wird es zusätzlich ein globales Phase down von teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) durch die Erweiterung des sogenannten Montrealer Protokolls geben, so dass auch weltweit die Verwendung dieser Stoffe deutlich reduziert wird.

Phase down: Das müssen Sie jetzt wissen!

Die festgelegten Quoten betreffen zuerst Kältemittelhersteller und -importeure, da sie nur noch eine vordefinierte Menge HFKW in Umlauf bringen dürfen. Die aus dieser Quotierung resultierenden Effekte sind dann aber vor allem für Sie als Betreiber von Kälteanlagen relevant. Denn die absichtliche Verknappung der HFKW führt bereits jetzt zu einem Preisanstieg. Als Faustregel gilt hier: Je höher der GWP-Wert des eingesetzten Kältemittels, umso teurer wird es im Laufe des Phase downs werden. 

Möglicherweise ist zukünftig auch die generelle Verfügbarkeit einzelner Kältemittel nicht mehr gewährleistet. Beschäftigen Sie sich als Betreiber deshalb unbedingt frühzeitig mit der Thematik, bevor im Extremfall ihre Kältemittelsorte nicht mehr lieferbar ist und ihre Anlage stillsteht. Mit der Liste ausgewählter Verbindungen und deren Gemische des Umweltbundesamtes ermitteln Sie, wie hoch der GWP-Wert ihres eingesetzten Kältemittels ist.

Pflichten einerseits, Förderung andererseits

Sie sollten nicht nur den Phase down-Prozess kennen, sondern auch die damit einhergehenden Fördermöglichkeiten. Das Bundesumweltministerium unterstützt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen. So haben Sie die Möglichkeit, Investitionszuschüsse für die Voll- oder Teilsanierung oder die Neuerrichtung einer Kälte- oder Klimaanlage zu beantragen. Mit dem praktischen Förderrechner für Investitionen in Kälte- und Klimaanlagen können Sie gleich die konkrete Höhe ihres Zuschusses ermitteln.