Energieeffizienz von Kälteanlagen

(c) Martinelle/Pixabay.com

Von der Klimatisierung von Büroräumen und Rechenzentren über den Transport und die Lagerung verderblicher Waren bis zur Kühlung von Flüssigkeiten für Fertigungsprozesse im Rahmen der Industriekälte: Der Energiebedarf von Klima- und Kälteanlagen ist groß. Die Kälteerzeugung hatte 2010 einen Anteil von 15 Prozent am Gesamtelektroenergieverbrauch in Deutschland. Wo so viel Energie benötigt wird, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Energieeffizienz vorhandener Klima- und Kälteanlagen zu werfen. Denn die Kälteerzeugung bietet viele Ansätze zur energetischen Optimierung, je nach Einsatzbereich, Anlagentyp und -größe sind bis zu 30 Prozent, bei Klimaanlagen sogar bis zu 70 Prozent Energieeinsparungen möglich.

Die wichtigsten Faktoren, die bei der Kälteerzeugung den Energiebedarf beeinflussen und damit das größte Einsparpotenzial ermöglichen, sind in der Regel:

  • das Temperaturniveau von Wärmeaufnahme und -abgabe
  • die Regelungstechnik
  • das eingesetzte Kältemittel
  • der Anlagen- und Verdichtertyp
  • die Wärmedämmung der Anlagenteile und Verteilleitungen
  • ggf. die Nutzung von Abwärme

Aber auch andere Komponenten, wie drehzahlgeregelte Antriebe für Verdichter und Ventilatoren oder die Steuerung des Verdichterdrucks am Kältemittelverdichter können zu einer verbesserten Energieeffizienz beitragen. Dabei ist es sinnvoll, nicht nur die einzelnen Komponenten, sondern ein gesamtes Kälteversorgungssystem (Verdichter, Ventilatoren, Wärmeübertrager, Pumpen, Regelungstechnik usw.) zu betrachten, da die Wechselwirkungen der einzelnen Bauteile untereinander Auswirkungen auf den Energieverbrauch haben können.

Alles unter Kontrolle: Energie-Monitoring-Systeme

Eine Möglichkeit, die Energieeffizienz und damit auch die Wirtschaftlichkeit von Kälteanlagen zu steigern, ist der Einsatz eines Energie-Monitoring-Systems. Es ermittelt fortlaufend die Leistungsaufnahme und den Elektroenergieverbrauch, die Drücke und Temperaturen und ermöglicht so die kontinuierliche Überwachung des gesamten Kälteerzeugungssystems. Dadurch wird der Energieverbrauch transparent und Einsparpotenziale können einfach identifiziert werden. Auch typische Mängel wie Defekte am Expansionsventil, eine Über- oder Unterfüllung des Kältemittelkreislaufes mit Kältemittel oder die Verschmutzung von Wärmeübertragern lassen sich so erkennen.

Gut und gefördert: Die Energiesparberatung

Um die Effizienz einer bestehenden Anlage zu verbessern und  Optimierungsmöglichkeiten zu erkennen, sollte eine Überprüfung durch einen qualifizierten und unabhängigen Experten durchgeführt werden. Dieser kann Energiesparpotenziale aufzeigen und die entsprechenden Maßnahmen umsetzen. Dies ist auch deshalb lohnenswert, weil durch eine sparsame Energieverwendung in Unternehmen ein wesentlicher Beitrag zur Energiesicherheit und zum Klimaschutz in Deutschland geleistet wird. Die Kosten einer Energieberatung werden bis zu 80 Prozent gefördert. Um als Unternehmen förderberechtigt zu sein, müssen diese Kriterien erfüllt werden:

  • Das Unternehmen hat weniger als 250 Beschäftigte.
  • Der Jahresumsatz beträgt maximal 50 Millionen Euro oder die Jahresbilanzsumme ist kleiner als 43 Millionen Euro.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie sich für einen Energieberater entscheiden, der über eine entsprechende Zulassung vom BAFA verfügt. Denn nur dann haben Sie Anspruch auf eine Förderung im Rahmen der „Energieberatung im Mittelstand“. Die Förderung erfolgt als nichtrückzahlbarer Zuschuss, dessen Höhe ist von den jährlichen Energiekosten Ihres Unternehmens abhängig. Die genauen Details zur Förderung finden Sie im Internetangebot des BAFA.

Jährliche EnergiekostenFörderhöheMaximaler Förderbetrag
≤ 10.000 €80 % der Beratungskosten1.200 €
> 10.000 €80 % der Beratungskosten6.000 €

Mit einer von Ihrem Unternehmen ausgestellten Vollmacht sparen Sie weiteren Aufwand, denn damit kann ein von Ihnen gewählter Energieberater stellvertretend den Antrag stellen.

Neben einer Energieberatung zur Steigerung der Energieeffizienz fördert das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) weitere Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen. Hierzu zählen Zuschüsse zur Neuerrichtung, aber auch zu Voll- und Teilsanierung von Anlagen.