Geld vom Staat: Förderung von Kälte-Klimaanlagen
(c) eyetronic/Fotolia.com

Geld vom Staat: Förderung von Kälte-Klimaanlagen

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Seit 2008 fördert das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen. Dadurch sollen die Emissionen von Treibhausgasen in Deutschland bis 2050 im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent sinken. Das Förderprogramm trägt dazu bei, diese Ziele zu erreichen. Denn die durch Investitionszuschüsse geförderten Anlagen verbrauchen Dank hocheffizienter Komponenten und Systeme viel weniger Energie, entsprechend sind auch die Kohlendioxid-Emissionen aus der Elektroenergieerzeugung geringer. Bei den bezuschussten Projekten kommen ausschließlich Kältemittel mit sehr geringer Treibhauswirksamkeit zum Einsatz, daher verringern sich zusätzlich auch die direkten Emissionen. Die Anlagen tragen so doppelt zum Klimaschutz bei.

Welche Ziele hat das Förderprogramm der nationalen Klimaschutzinitiative?

Ab dem 1. Januar 2019 gilt die novellierte Richtlinie zur Förderung von Kälte- und Klimaanlagen mit natürlichen Kältemitteln. Das Förderprogramm ist auf drei Jahre angesetzt und endet am 31. Dezember 2021. Die Richtlinie fördert dabei ausschließlich Anlagen und Anwendungen mit nicht-halogenierten Kältemitteln. Durch die Überarbeitung wird zudem der Kreis der Förderberechtigten vergrößert und das Antragsverfahren weiter vereinfacht. Zielgruppe der Förderung sind Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände und Eigenbetriebe, Schulen, Krankenhäuser und kirchlichen Einrichtungen. Konkret bedeutet dies, dass beispielsweise Betreiber von Supermärkten oder Kühlhäusern und von Klimaanlagen in Verwaltungsgebäuden, aber auch Betreiber von Gewerbekälteanlagen wie Bäcker oder Metzger Anträge stellen können. 

Was wird durch die Kälte-Klima-Richtlinie gefördert?

Gefördert werden die Neuerrichtung und die Neuinstallation von stationären Kälte- und Klimaanlagen. Wird eine Kälteerzeugungseinheit neu erstellt, während das Kühlmittelsystem (Wasser-, Sole-, Luftverteilsystem) bestehen bleibt, ist ebenfalls eine Förderung möglich.

Geförderte Kälteerzeuger(einheiten)  und verwendete Kältemittel         

Flüssigkeitskühlsätze mit Kältemitteln der Sicherheitsklasse A3 R-290 (Propan), R-1270 (Propen), R-600a (Isobutan), R-170 (Ethan) 
Flüssigkeitskühlsätze mit Kältemitteln der Sicherheitsklassen B2 und B2LR-717 (Ammoniak), R-723 (Ammoniak-Dimethylether)

Weitere Kälteerzeuger, z.B. adiabate Verdunstungskühlsysteme, Booster-Kälteanlagen mit R-744 (Kohlendioxid), Turboverdichter mit R-718 (Wasser) sowie Vakuumeiserzeuger, Ad- und Absorptionsanlagen

Die Förderung stationärer Anlagen ist modular aufgebaut. Sie umfasst neben den eigentlichen Kälteerzeugern auch damit kombinierbare, zugehörige Komponenten und Systeme sowie Speicher. 

  • Tiefkühlstufen mit R-744
  • Luft- und Rückkühler
  • Freikühler
  • Kühlmöbel für Supermarktanlagen
  • Leitungen für Kühlsolekreisläufe

Ebenfalls gefördert werden zusätzliche Thermische Speicher:

  • Wasserspeicher für Warm- oder Kaltwasser
  • Eisspeicher
  • Latentwärme-Speichersysteme

Eine genaue Übersicht zu allen geförderten Kälteerzeuger, Komponenten, Systemen und Speicher finden sie in der Tabelle 1a -1e der Kälte-Klima-Richtlinie.

Für Antragssteller gilt es im Rahmen der Förderung einige Besonderheiten zu beachten:

  • Die Förderung der Kälteerzeuger und Speicher ist auf bestimmte Leistungs- bzw. Kapazitätsbereiche eingeschränkt.
  • Es gelten maßnahmenspezifische Voraussetzungen, bspw. in Bezug auf die Energieeffizienz von Flüssigkeitskühlsätzen oder für die Wärmequelle bei Sorptionskälteanlagen.
  • Der Zuschuss erhöht sich für Kälteerzeuger und Rückkühler um fünf Prozent beim Einsatz von Freikühlern.
  • Es kann eine Planungspauschale beantragt werden, bspw. für Systeme mit zwei bis zehn Luftkühlern oder für die Integration von einem oder mehreren Kälte- bzw. Wärmespeichern.
  • Ein Kombinationsbonus kann gewährt werden, wenn zeitgleich und im räumlichen Zusammenhang eine Anlage zur Erzeugung regenerativer Energien errichtet wird.

Die Förderung erfolgt auf Zuschussbasis mit Festbeträgen. Die Förderhöchstsumme beträgt 150.000 Euro pro Maßnahme. Weiterführende Informationen zur Kälte-Klima-Richtlinie und Details zur Förderung hält das Onlineangebot der Nationalen Klimaschutzinitiative bereit. Neben Kälte- und Klimaanlagen umfasst das Förderprogramm auch Fahrzeug-Klimaanlagen in Bussen und Bahnen.

 

Tipp: Der neue Förderrechner für Investitionen in Kälte- und Klimaanlagen

Mit dem neuen Förderrechner für Investitionen in Kälte- und Klimaanlagen erhalten Sie eine wertvolle Hilfestellung bei der Berechnung einer möglichen Förderung. Der Rechner ist einfach, verständlich und ermittelt in wenigen Schritten die Zuschüsse für die Errichtung einer Kälte- oder Klimaanlage. Die Ergebnisse sind unverbindlich und dienen als Planungshilfe für die Finanzierung von Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen. Denn der Rechner ermittelt nicht nur, welche Maßnahmen förderfähig sind, er zeigt zugleich auch die konkrete Höhe des Zuschusses an. Das Angebot eignet sich auch dazu, verschiedene Anlagenvarianten miteinander zu vergleichen, um so die beste Option zu ermitteln. 

Ihre Anträge stellen Sie im nächsten Schritt dann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).