Geld vom Staat: Förderung von Kälte-Klimaanlagen
(c) eyetronic/Fotolia.com

Geld vom Staat: Förderung von Kälte-Klimaanlagen

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Seit 2008 fördert das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) Maßnahmen an Kälte- und Klimaanlagen. Dadurch soll ein Beitrag geleistet werden, die Emissionen von Treibhausgasen in Deutschland bis 2030 im Vergleich zu 1990 um mindestens 55 Prozent zu senken und bis 2050 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Denn die durch Investitionszuschüsse geförderten Anlagen verbrauchen Dank hocheffizienter Komponenten und Systeme viel weniger Energie, entsprechend sind auch die Kohlendioxid-Emissionen aus der Elektroenergieerzeugung geringer. Bei den bezuschussten Projekten kommen ausschließlich nicht-halogenierte Kältemittel mit sehr geringer Treibhauswirksamkeit zum Einsatz, wodurch sich zusätzlich auch die direkten Treibhausgas-Emissionen verringern. Die Anlagen tragen so doppelt zum Klimaschutz bei.

Welche Ziele hat das Förderprogramm der Nationalen Klimaschutzinitiative?

Seit dem 1. Dezember 2020 gilt die novellierte Richtlinie zur Förderung von Kälte- und Klimaanlagen mit natürlichen Kältemitteln. Das Förderprogramm ist auf rund drei Jahre angesetzt und endet am 31. Dezember 2023. Die Richtlinie fördert dabei ausschließlich Anlagen und Anwendungen mit nicht-halogenierten Kältemitteln. Durch die Überarbeitung wurde das Antragsverfahren weiter vereinfacht. Zielgruppe der Förderung sind Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände und Eigenbetriebe, Schulen und Hochschulen, Krankenhäuser und kirchliche Einrichtungen. Konkret bedeutet dies, dass beispielsweise Betreiber von Supermärkten oder Kühlhäusern und von Klimaanlagen in Verwaltungsgebäuden, aber auch Betreiber von Gewerbekälteanlagen wie Bäcker oder Metzger Anträge stellen können.

Was wird durch die Kälte-Klima-Richtlinie gefördert?

Gefördert werden grundsätzlich Anlagen, die mit nicht-halogenierten Kältemitteln betrieben werden.

Förderfähig ist einerseits die Neuerrichtung und die Neuinstallation von stationären Kälte- und Klimaanlagen. Wird eine Kälteerzeugungseinheit neu erstellt, während das Kühlmittelsystem (Wasser-, Sole-, Luftverteilsystem) bestehen bleibt, ist ebenfalls eine Förderung möglich.

Andererseits werden auch Fahrzeug-Klimaanlagen gefördert.

Geförderte Kälteerzeuger(einheiten) bei stationären Anlagen

Gefördert werden zum einen Flüssigkeitskühlsätze und Direktverdampfungsanlagen sowie Wärmepumpen zur Nutzung von Prozessabwärme. Im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) umfasst die Förderung Kälteanlagen einschließlich Kühlmöbel, wobei steckerfertige Kühlmöbel bis maximal 10 laufende Meter (lfm) inbegriffen sind. Als weitere Kälteerzeuger werden z.B. Ad- und Absorptionsanlagen sowie Kälteerzeuger mit indirekter Verdunstungskühlung bzw. mit adiabatischer Kühlung in Rückkühlern gefördert. 

Die Förderung stationärer Anlagen ist modular aufgebaut. Sie umfasst neben den eigentlichen Kälteerzeugern auch damit kombinierbare, zugehörige Komponenten und Systeme sowie Speicher.

Gefördert werden beispielsweise:

  • Tiefkühl-(TK)-Stufen
  • Luft- und Rückkühler
  • Freikühler
  • Leitungen für Kühlsolekreisläufe.

Ebenfalls gefördert werden zusätzliche Thermische Speicher:

  • Wasserspeicher für Warm- oder Kaltwasser
  • Eisspeicher
  • Latentwärme-Speichersysteme.

Eine genaue Übersicht zu allen geförderten Kälteerzeugern finden Sie in der Tabelle 1 und zu allen Komponenten, Systemen und Speichern in der Tabelle 2 der Kälte-Klima-Richtlinie.

Geförderte Fahrzeug-Klimaanlagen

Neben stationären Kälte- und Klimaanlagen umfasst das Förderprogramm auch die Neuanschaffung von Klimaanlagen in Bussen und Bahnen sowie bei Bahnen auch die Nachrüstung solcher Anlagen. 

Für Antragssteller gilt es im Rahmen der Förderung einige Besonderheiten zu beachten:

  • Die Förderung der Kälteerzeuger und Speicher ist auf bestimmte Leistungs- bzw. Kapazitätsbereiche eingeschränkt.
  • Es gelten maßnahmenspezifische Voraussetzungen, bspw. in Bezug auf die Energieeffizienz von Flüssigkeitskühlsätzen oder für die Wärmequelle bei Sorptionskälteanlagen.
  • Der Zuschuss erhöht sich für Kälteerzeuger und Rückkühler um fünf Prozent beim Einsatz von Freikühlern.
  • Es kann eine Planungspauschale beantragt werden, bspw. für Systeme mit mindestens zwei Luftkühlern oder für die Integration von einem oder mehreren Kälte- bzw. Wärmespeichern.
  • Eine Pauschale für die Einbindung von Regenerativenergieanlagen kann gewährt werden, wenn zeitgleich und im räumlichen Zusammenhang eine bestehende oder neue Anlage zur Erzeugung regenerativer Energien in das Gesamtsystem integriert wird (nur bei stationären Anlagen).

Die Förderung erfolgt auf Zuschussbasis mit Festbeträgen. Die Förderhöchstsumme beträgt 150.000 Euro pro Maßnahme. Weiterführende Informationen zur Kälte-Klima-Richtlinie und Details zur Förderung hält das Onlineangebot der Nationalen Klimaschutzinitiative bereit. 

Tipp: Der Förderrechner für Investitionen in Kälte- und Klimaanlagen

Mit dem Förderrechner für Investitionen in Kälte- und Klimaanlagen erhalten Sie eine wertvolle Hilfestellung bei der Berechnung einer möglichen Förderung. Der Rechner ist einfach, verständlich und ermittelt in wenigen Schritten die konkrete Höhe der Zuschüsse für die Errichtung einer Kälte- oder Klimaanlage. Die Ergebnisse sind unverbindlich und dienen als Planungshilfe für die Finanzierung von klimafreundlichen Kälte- und Klimaanlagen. Das Angebot eignet sich auch dazu, verschiedene Anlagenvarianten miteinander zu vergleichen, um so die beste Option zu ermitteln. 

Ihre Anträge stellen Sie im nächsten Schritt dann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).